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QM - aber wie?
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Nach den Bestimmungen des novellierten § 135a des SGB V
sind alle medizinischen Einrichtungen in Deutschland seit dem
01.01.2004 verpflichtet eine einrichtungsinternes Qualitäts-Management
(QM) zu entwickeln und zu betreiben.
Wie packt es nun der im QM nicht so bewanderte
Arzt oder Leiter eines sonstigen medizinischen Dienstleistungsunternehmens
an, diese Forderung nach Einführung eines Qualitäts-Managements
bzw. eines Qualitäts-Management-Systems (QMS)
umzusetzen?
Wie bereits seit 2000 Jahren führen viele Wege nach Rom.
Um es klar zu sagen: Es gibt keine beste Methode.
Bei der Wahl des Weges vom Startpunkt bis zum funktionsfähigen
QMS ist es wichtig zu berücksichtigen, was der Anwender will
und welche Ressourcen und wie viel manpower er für das Erreichen
des Ziels einsetzen will.
In den folgenden Abschnitten wollen wir Ihnen einen neutralen
Überblick über die möglichen Wege geben, die beschritten
werden können.
QMS ohne S
Unter Qualitäts-Management ohne Qualitäts-Management-System
versteht man im Prinzip das projektgebundene Qualitäts-Management,
d.h. für bestimmte Anlässe oder Projekte, Bereiche etc.
werden die Prinzipien des Qualitätsmanagement wie Dokumentation,
Prozesskontrolle und Prozessbewertung etc. angewendet.
Diese Vorgehensweise wird gerne von großen, stark gegliederten
Institutionen angewendet in denen eine Einigung über eine
einheitliche Systematik nicht oder noch nicht erzielt werden konnte,
oder wo man vor der Komplexität einer zu erstellenden übergreifenden
Systematik zurückschreckt. Das projektgebundene QM kann durchaus
auch für kleine Institutionen der Start in die Welt des QM
sein, sollte jedoch dann verbunden sein mit einem strukturierten
Entwicklungsplan.
QMS aber welches?
Das Unternehmen, dass über kein strukturiertes Management-System
verfügt, was für die meisten Einrichtungen im Gesundheitswesen
zutreffen dürfte, ist gut beraten an den Beginn der Entwicklungsarbeit
eine umfassende Dokumentationsarbeit zu stellen. Dies soll erreichen,
dass die im Unternehmen geltenden Abläufe und Prozesse nachvollziehbar
dargelegt sind und sich erst so einer allgemeinen Beurteilbarkeit
erschließen.
Bei der Frage welches System man wählen soll, scheiden sich
offensichtlich die Geister, wobei die Argumentationen nicht immer
nachvollziehbar sind. Insbesondere im Gesundheitswesen kann man
eine im Prinzip wenig verständliche Tendenz erkennen, dass
Rad neu zu erfinden, etwas Neues, Eigenes vorweisen zu können.
So geschehen bei der Entwicklung von KTQ®
für den Krankenhausbereich. Die Bundesärztekammer (BÄK) beteiligt sich offensichtlich, ohne Absprache mit anderen Organisationen der Selbstverwaltung, daran das KTQ®-System auf die Bedürfnisse der Arztpraxis anzupassen. Ob es vernünftig ist eine System, was sich in der Klinik, für das es entwickelt wurde, bis jetzt weder durchgesetzt noch bewährt hat auf die Arztpraxis umzusetzen, sei dahingestellt. Aber auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) beteiligt sich an diesem Wettstreit, wobei hier das Endergebnis noch nicht vorliegt und somit auch
nicht abschließend beurteilt werden kann.
NNC hat sich bei der Entwicklung von PraxiZert®
von dem Gedanken leiten lassen, dass als Grundlage für die
Entwicklung von Qualitäts-Management-Systemen für die
Medizin Systematiken gewählt werden sollten, die alle Entwicklungsmöglichkeiten
offen halten, mit welchen umfangreiche Erfahrungen bestehen und
die aufgrund einer weltweiten Verbreitung Sicherheit im Bestand
bieten. Diese Bedingungen erfüllt für deutsche Verhältnisse
nur die ISO in Form der Norm DIN EN ISO
9001:2000.
Gründe für die Wahl der ISO
- In der Industrie bereits x-fach erprobt und eingesetzt
- Klar strukturiert und straff gegliedert
- Zwang zur ausführlichen Dokumentation!
- In der Version 9001:2000 flexibel und adaptierbar
- Prozeßorientiert
- Extern zertifizierbar !
- Zukunftssicher !
Die gelegentlich immer noch kommunizierte Ansicht, die ISO
sei für Dienstleistungsunternehmen wie medizinische Einrichtungen
wegen ihrer Herkunft aus der Industrie und der dadurch bedingten Technik-Lastigkeit,
nicht anwendbar, war sicherlich für ältere Ausgaben der
ISO nicht unbegründet.
Für die jetzt gültige ISO 9001:2000 ist
dies jedoch nicht mehr zutreffend, da die Norm dahingehend modifiziert
und weiterentwickelt wurde, dass die Abbildung von Dienstleistungsunternehmen
sehr wohl möglich ist.
Dies darf auch insofern nicht verwundern, als natürlich insgesamt
in der Volkswirtschaft in den letzten 20 Jahren eine gravierende Umstrukturierung
von den ausschließlich produzierende Unternehmen hin zu einem
Überwiegen der Dienstleistungsunternehmen stattgefunden hat,
dem auch die ISO sich anpassen musste.
Die zweite große, in Deutschland verbreitete Systematik ist
das EFQM-System. EFQM ist jedoch
für die Erstentwicklung eines QMS in einem Kleinunternehmen
ungeeignet, da das Prinzip der Selbstbewertung, wie sie im EFQM-System
praktiziert wird, natürlich voraussetzt, dass eine bewertbare
Struktur und verwertbare Daten im Unternehmen bereits vorhanden sind
(s.a. QM-Systeme).
Do it yourself oder QM-Berater?
Jeder Leiter eines Unternehmens oder ein leitender Angestellter kann
bei entsprechendem Aufwand soweit fortgebildet werden, daß er
oder sie in der Lage ist, unter Zugrundelegung einer Norm ein QMS
für sein Unternehmen zu entwickeln.
Es liegt auf der Hand, dass dies u.U. ein sehr beschwerlicher Weg
ist und der Ressourcenverbrauch bei der Umsetzung des Projektes "Eigenentwicklung
eines QMS" im Unternehmen nicht unerheblich ist.
Kleinunternehmer neigen dazu Ihre eigene Arbeitskraft nicht betriebswirtschaftlich
zu bewerten, sie kostet ja scheinbar nichts. Läßt man dies
ausnahmsweise einmal gelten, so muß der so denkende Unternehmer
allerdings davon ausgehen, dass die Umsetzung eines solchen Projektes,
abhängig von der Größe und der Struktur des Unternehmens
zwischen 400 und 800 Mannstunden kosten wird.
Etwas leichter geht es mit einem professionellen QM-Berater,
der das Metier QM beherrscht, der "weiß
wie es geht" und der gegen Tageshonorar dem QM-Eleven sagt und
zeigt was er tun muß um zu einem QMS für
sein Unternehmen zu kommen. Der Umfang des Beratungsbedarfs ist Abhängig
von der Vorbildung im beratenen Unternehmen und von der Betriebsgröße
sowie von der Komplexität der Unternehmensstruktur, bzw. der
dort vorherrschenden Prozesse.
Ein Beratungsbedarf von 15 bis 20 Manntagen ist jedoch bei einer Neuentwicklung
zu unterstellen. Bei der Suche und der Auswahl eines QM-Beraters sind
eine Menge von Einzelheiten zu bedenken, wenn man einerseits das Ziel
schnell und sicher erreichen will und andererseits vor unliebsamen,
insbesondere finanziellen Überraschungen sicher sein will.
Eine gute Checkliste für die Beraterwahl finden Sie unter dem
folgenden link:
http://www.hwk-duesseldorf.de
Muster-Lösung
Ein weiterer gangbarer Weg besteht darin, anhand einer Reihe von vorgefertigten Muster-Dokumenten und einem Musterhandbuch ein eigenes System zu entwickeln. Die Muster nutzt man dabei als Leitstruktur. Diese Vorgehensweise kann von einem mehr oder weniger ausgedehnten Schulungsprogramm begleitet sein.
Master-Systeme, der Königsweg?
Unter einem Mastersystem versteht man ein QMS
in welchen die notwendigen Dokumentationen der Prozesse für den
Grundtyp einer bestimmten Betriebsart, wie z.B. einer Arztpraxis,
einem Krankenpflege-Dienst, einer Apotheke etc. bereits fertig formuliert
ist. Diese vorgefertigte und normenkonforme Dokumentation muß
dann vom jeweiligen Anwender nur noch auf seine Verhältnisse
adaptiert und ggf. ergänzt werden.
Diesem Prinzip folgt das QMS PraxiZert®. Die
Entwickler von PraxiZert®, selbst niedergelassene
Fachärzte, sind im Rahmen der Entwicklung zu der Überzeugung
gelangt, dass die jeweilige Neuentwicklung eines QMS bei Gruppengleichen
Kleinunternehmen, wie Arztpraxen etc. vermeidbar ist und im Prinzip
eine nicht vertretbare Verschwendung von Ressourcen darstellt.
Zertifizierung oder nicht?
Unter Zertifizierung versteht man eine Bewertung der Normenkonformität
eines QMS durch einen unabhängigen Dritten.
Das Gesetz (§135a SGB V) schreibt dies z.Z.
nicht vor; Ausführungsbestimmungen fehlen allerdings noch.
Da Zertifizierung auch nicht ganz preiswert ist, muß dies jeder
selbst entscheiden, ob er dies will oder nicht. Grundsätzlich
ist natürlich anzumerken, dass bei dem allgegenwärtigen
Misstrauen, dass insbesondere der Ärzteschaft aus der Politik
entgegenschlägt, eine Zertifizierung der richtige Weg ist sich
aus dieser Klammer zu befreien.
Der zweifelsfreien Unabhängigkeit des Zertifizierungsunternehmens
kommt dabei natürlich eine wesentliche Bedeutung zu.
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